Grusswort

Wuerfel

3ter Preis: Falter

Falter

Das Unternehmen
Die Appold GmbH, welche heute in vierter Generation geführt wird, wurde 1910 gegründet, jedoch nur bis zum Kriegsanfang 1914 fortgeführt. 1930 wurde der Schreinereibetrieb durch Michael Appold wieder aufgenommen und in die Handwerksrolle eingetragen.

Aus der ursprünglichen Dorfschreinerei mit der Herstellung von Fenstern, Türen und Möbeln sowie Reparaturarbeiten wurde im Laufe der Zeit ein Unternehmen, das die Serienproduktion von Kleinmöbeln wie Spielzeugtruhen, Blumenständern, Teewägen u. a. aufnahm. Anfang der 70er Jahre lag der Schwerpunkt auf der Türenherstellung mit ersten Objekten im öffentlichen Bereich wie Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern. Bei diesen Objekten begann die Zusammenarbeit mit Technikern, Architekten, Bauphysikern, um gemeinsam neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu entwickeln und immer nah am Puls des Marktes zu sein.

Der Verbundwerkstoff 3F-board wurde seit 1999 in Zusammenarbeit mit dreipunkt4! entwickelt und führte zur serienreifen Entwicklung des "Falters", mit dem man einen neuen Betriebszweig im Unternehmen entstehen lassen möchte.

Das Urteil der Jury
"Unter dem Falter, der reichen Ordnung der Kerbtiere angehörend, stellen wir uns einen schlichten, meist in der Dunkelheit des künstlichen Lichts wahrnehmbaren und mit seinen schwirrenden Bewegungsabläufen beeindruckenden Flügler vor. Ist es diese sinnliche Assoziation, die den Namen des Hockers prägte, oder der sachliche Hinweis zum Falten als Substantiv des Gegenstandes?

Der flache, zusammengelegte Hocker ist in seiner gestalterischen und technischen Ausführung durch Bruchlinien und Schnittkanten, ein Greifloch zum Tragen oder Hängen und zunächst von undurchschaubarer, konstruktiv-funktionaler Aufforderung zur Auffaltung geprägt. Fein gearbeitet im Material, dunkel gefärbt mit sehr exakten 45 Grad abge-winkelten hellen Kanten, aus dreilagigem, geklebtem Plattenwerkstoff gefertigt, in dem die mittlere Lage die flexible Schicht darstellt. Ein kleines, flaches, geometrisch charakterisiertes Objekt konkreter Gestaltung – an der Wand und wenn es aufgeht.

Dass die Autoren des Hockers ein durchdacht einfaches Prinzip der elementaren Form Faltung genutzt haben, um den Körper entstehen zu lassen und zuverlässig zum Gebrauch des Sitzens umzusetzen, ist das Kreative an dem ausgezeichneten Produkt. Keine Beschlag- oder Montagetechniken mit ihren aufwändigen Verbindungselementen, sondern lineare Faltung aus scheinbar einem Material ist die innovative Leistung. Kein überflüssiges Spiel zwischen den Teilen, sondern Verbindung in der Faltung zum Ganzen.

Der Hocker Falter ist ein gestalterischer Beitrag in einer großen Palette unterschiedlicher Klappstühle und -hocker, der entdeckenden Spaß in seiner konstruktiv-funktionellen Gestalt macht und auf dem sich, auch durch die gewählten Proportionen, angenehm und statisch stabil sitzen lässt, stets bereit, geöffnet oder geschlossen benutzt zu werden."

Prof. Wolff-Ulrich Weder