UX Design HumusKlimaNetz
Wie gestaltet man eine digitale Anwendung, die Landwirte beim Humusaufbau im Alltag wirklich unterstützt?
Mit klarer Nutzerführung, verständlicher Sprache und Raum für Austausch.
Der Weg zu einer erfolgreichen User Experience
Das Projekt
Das HumusKlimaNetz ist ein bundesweites Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Humusaufbau in Ackerböden. 150 Betriebe – jeweils zur Hälfte ökologisch und konventionell wirtschaftend – erproben Maßnahmen zum Humusaufbau und -erhalt als Beitrag zum Klimaschutz und tragen die Erkenntnisse in die Breite.
Das Projekt ist eine Zusammenarbeit des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und des Deutschen Bauernverbands (DBV) unter wissenschaftliche Begleitung durch das Thünen-Institut, das uns mit der Entwicklung des UX Design für die digitale Anwendung der Landwirtschaft beauftragte.
Die Aufgabe
Ziel war die Entwicklung eines fundierten UX Design für eine digitale Anwendung, die landwirtschaftliche Betriebe bei der Planung, Dokumentation und Bewertung von Maßnahmen insbesondere im Hinblick auf Humusentwicklung, Klimabilanz und wirtschaftliche Auswirkungen unterstützt. Im Mittelpunkt stand nicht die reine Datenerfassung, sondern ein digitales Werkzeug, das Orientierung schafft, Zusammenhänge verständlich macht und im betrieblichen Alltag tatsächlich genutzt wird.
Herausforderung: Wissenschaft trifft Feldrealität
Eine zentrale Hürde lag in der Nutzungssituation: Landwirtschaftliche Betriebe arbeiten überwiegend im Feld und in stark getakteten Abläufen – nicht in digitalen Tools am Rechner. Gleichzeitig treffen hier wissenschaftliche Daten, Maßnahmenlogiken und betriebliche Realität aufeinander. Der Anspruch bestand darin, dieses komplexe System aus Maßnahmen, Bilanzen und Klimadaten in ein verständliches und zugängliches Tool zu übersetzen, das ohne Überforderung funktioniert und einen spürbaren Mehrwert bietet.
Viele Perspektiven – ein gemeinsames System
Die Anwendung bildet sehr unterschiedlichen Ausgangslagen ab: ökologische und konventionelle Bewirtschaftung, verschiedene Humus-Regionen und Bodentypen, Betriebe mit und ohne Tierhaltung sowie haupt- und nebenberufliche Betriebsführung. Neben Landwirtinnen und Landwirten arbeiten auch Betriebsbegleiter, Projektkoordinatoren und Wissenschaftler mit dem System. Entstanden ist eine strukturierte Anwendung mit drei klar definierten Nutzerrollen, die unterschiedliche Bedürfnisse integriert ohne an Übersichtlichkeit zu verlieren.
Nutzer verstehen – Wissenschaft verständlich machen
In Gesprächen mit repräsentativen Betrieben sowie Projekt- und Wissenschaftspartnern zeigte sich deutlich: Transparenz schafft Vertrauen, Daten brauchen Kontext, Vergleichbarkeit fördert Motivation, verständliche Sprache ist entscheidend. Die Anwendung übernimmt deshalb eine bewusste Übersetzungsleistung: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden in einer klaren, leicht verständlichen Sprache erklärt und so aufbereitet, dass sie als Entscheidungsgrundlage im Betriebsalltag dienen können.
Das Ergebnis: Struktur schafft Orientierung
Auf Basis der qualitativen Nutzeranalyse entstanden:
- eine klare Informationsarchitektur
- ein konkretisiertes UX-Konzept
- ein durchgängiges Interface Design
- ein ausgearbeitetes, barrierefreies Screen Design
- sowie ein interaktiver Prototyp als Grundlage für die technische Umsetzung
Die Implementierung des Konzepts in die technische Umsetzung wird durch uns begleitet.














Lassen Sie uns zusammen loslegen!